Nach einer fünftägigen Kursfahrt nach London bin ich Sonntag Nacht endlich wieder im geliebten Daheim eingetroffen und durfte erschöpft und quasi mit den Nerven am Ende ins Bett fallen. Ja, es war Nerven zerreißend und anstrengend und womöglich könnte die Ursache dafür in der Lehrkraft liegen, die uns begleitet hat, Frau H.!
Ich fange am Anfang an und höre am Ende auf. Ich hatte mich vor ungefähr sechs Monaten gemeinsam mit einer Freundin dazu entschieden neben ihr das einzige Mädchen auf der Reise nach London zu sein und somit für acht männliche Wesen um uns herum. Was ich damals noch nicht wusste: Einer davon war mein Freund. Es sollte spannend werden. Und unzickig. Und ich möchte nicht behaupten, dass es das alles nicht war. Josi und ich machten aus dieser krass anstrengenden Kursfahrt immer wieder ein Highlight, indem wir uns auf dem Bett kugelnd gegenseitig auslachten, anlachten und über Dinge lachten, die einfach verdammt lustig waren. Das fing schon im Bus, der uns um 03:15 Uhr am Morgen des Mittwochs zum Flughafen transportieren sollte, an. Mein erster Flug stand übrigens bevor und ich war nicht gerade entspannt. Es ist doch immer was Besonderes – in meinem Kopf gibt es da eine Blockade, die nicht zu sprengen funktioniert. Ich finde Fliegen einfach zu seltsam, um wahr zu sein. Und trotzdem war es ein Erlebnis, das mich die ganze Zeit über mit offenem Mund hat da sitzen lassen. Es war einfach wunderbar!
Wir kamen früh morgens an und durften erst ab 15:00 Uhr (ich schreibe Uhr, meine Ortszeit, möchte nicht in englischen Zeiten schreiben.) einchecken und starteten also sofort das so genannte Sightseeing, das ja eigentlich einen ziemlich interessanten Charakter haben soll. An diesem Tag war es einzig und allein anstrengend und widerlich, in verschwitzen Klamotten herumzupendeln, während man als Tourist erstmal von oben bis unten bestaunt wurde. Das einzig lustige an diesem Tag war, – und ich wünsche das eigentlich niemandem – dass unsere gute Frau H. 1700€ verloren hat. Sie sind ihr geklaut worden. In der Underground. Aber als Lehrerin dürfte das doch kein Problem sein, da schnell wieder Geld aufzutreiben. Ist ja alles ganz einfach, wenn man verbeamtet ist. Jaja. Blabla! So sind wir abends dann total kaputt, andererseits aber verdammt erleichtert ins Bett gefallen und haben uns über London und das, was unsere Augen bisher gesehen haben, unterhalten.
Die nächsten Tage verliefen ähnlich lächerlich. Einmal hat es geregnet wie aus Eimern. Wir sind pitschnass irgendwann total entmutig am Hotel angekommen und mussten uns erstmal umziehen, während fröhlich und wärmend die Sonne auftauchte. So ist das Wetter in London: Es regnet höchstens eine halbe Stunde, danach ist wieder strahlender Sonnenschein. Das habe ich gelernt. Ich mag das ziemlich nicht. Wir haben unter anderem das London Eye besucht, Madame Taussauds, Big Ben, Buckingham Palace, das Globe Theatre und so weiter. Bei letzterem hab’ ich dann als Nicht-unbedingt-der-größte-Harry-Potter-Fan diese Brücke entdeckt, die am Anfang von irgendeinem Teil erstmal total zerschrottet wird. Das ist sie doch, oder? Kennt sich jemand aus? Das Lächerlichste, was in diesen Tagen passiert ist, ist jedoch das Shakespeare-Theater gewesen. Die Kritik klingt hart, aber ist gerechtfertig. Ihr müsst mir zu hören. Frau H. liest anscheinend nicht so~ sorgfältig, so saßen wir in bekanntem ‘Pericles’ zwischen Schulkindern, die höchstens acht Jahre alt waren, in der ersten Reihe und sangen (nicht) ‘Woho, woho, it’s a pirates’ life for me.’ – AHA! Wie bloßgestellt wir uns fühlten. Es war nicht mehr zu toppen. Am letzten Tag sind wir dann um 16:00 Uhr zum Flughafen gefahren, obwohl unser Flugzeug erst um 21:00 Uhr starten sollte und dann aufgrund von Verspätung doch erst um 22:00 Uhr gestartet ist. Scheiß Hetzerei. Es hat genervt und immer weiter genervt. Das Pünktchen auf dem i waren die Klogänge, nach denen unsere Lehrerin niemals die Hände gewaschen hat. Lecker!
Bilder kommen bald noch.
Der in der Überschrift angedeutete Insider ist übrigens aus diesem Video abgeleitet. Hihi.
Edit(h) sagt:
Hiermit wollte Amelie nicht sagen, dass die Kursfahrt scheiße war. Es war ein tolles Erlebnis und sie hat viel gelernt, viel gelacht und viel mitgenommen. Sie würde gerne wieder dorthin fahren, sofern es ihr finanziell möglich ist. Aber hoffentlich nächstes Mal mit anderen Begleitpersonen, nicht unbedingt mit anderen Freunden.
